IG Metall eröffnet Fehde mit GM-Managern
Die Gewerkschaft geht auf einen knallharten Konfrontationskurs zu General Motors. Sie widerruft den angekündigten Lohnverzicht der Mitarbeiter und ätzt gegen die US-Manager: Sie hätten vom globalen Autogeschäft "keine Ahnung". Die IG Metall glaubt sogar, gegen die angedrohte Insolvenz ein Mittel gefunden zu haben.
Nach der Entscheidung des US-Autobauers General Motors (GM), Opel nicht zu verkaufen, gehen die deutschen Arbeitnehmervertreter auf Konfrontationskurs. „Es wird keine Verhandlungen zwischen General Motors und den Arbeitnehmervertretern bei Opel geben, es gibt nichts zu verhandeln.
GM hat mit der Entscheidung, Opel nicht zu verkaufen, das Gesamtpaket über eine Beteiligung der Mitarbeiter an Opel und einem entsprechenden Beitrag zurückgewiesen. Folglich bekommt GM kein Geld von uns“, sagte der Leiter des IG Metall Bezirks Frankfurt und Opel-Aufsichtsratmitglied Armin Schild WELT ONLINE.
Und Schild legte noch nach: Die Kehrtwende von General Motors habe nichts mit Fachfragen zu tun, sondern es gehe um Ideologie und Prinzipien. "Im Verwaltungsrat von GM sitzen zu einem großen Teil Mitglieder, die keine Ahnung vom globalen Automobilgeschäft haben", sagte Schild WELT ONLINE.
Für die GM-Manager sei Mitarbeiterbeteiligung und eine Kooperation mit Russland "etwas Schreckliches". Wenn der Verwaltungsrat auf diesem Niveau weitermache, habe GM keine Chance, die nächsten fünf Jahre zu überleben.
Die Arbeitnehmervertreter wehrten sich auch dagegen, dass Opel als Teil von GM Staatshilfen aus Deutschland bekommt. „GM wird auch kein Geld vom Staat erhalten. Wie sollte dabei gesichert sein, dass kein deutsches Steuergeld irgendwo im US-Konzern versickert? Ich als Aufsichtsratsmitglied von Opel würde mich daher sogar gegen Staatshilfen für Opel aussprechen, solange der Autobauer eine hundertprozentige Tochter von GM ist“, sagte Schild WELT ONLINE.
Die Gewerkschaft droht GM für den Fall einer geplanten Insolvenz Opels mit hohen Kosten: „Wenn GM Opel in die Insolvenz schicken wird, werden wir dafür sorgen, dass der US-Konzern die Kosten dafür trägt. Die rechtliche Prüfung, ob dies im Wege der Durchgriffshaftung erreicht werden kann haben wir bereits eingeleitet.
Auch eine Pleite kostet Geld und eine eventuelle von Opel würde GM dann teuer kommen. Das würden wir mit unseren Anwälten dann auch durchsetzen“, so Schild. Die Gewerkschaft wird um jeden Arbeitsplatz mit allen verfügbaren Mitteln ringen. "Wichtiger als unsere Gestaltungsfunktion ist ab sofort die Schutzfunktion. Wir werden um jeden Arbeitsplatz und um jedes Werk kämpfen“, so Schild.
Die Krise bei Opel verschärft sich zudem, weil die Arbeitnehmervertreter ihre Zusagen für einen Lohnverzicht widerrufen haben. Schild sagte: „Mit der Entscheidung von GM, Opel nicht zu verkaufen, sind die ausgehandelten Abstriche bei den Löhne der Mitarbeiter ab sofort hinfällig.
Die Beschäftigten haben unter anderem auf 4,2 Prozent der Löhne verzichtet, wir haben dieser Regelung mit sofortiger Wirkung gekündigt, denn sie galt nicht für den Fall, dass der Autobauer bei GM bleibt. Opel muss jetzt die tariflichen Ansprüche der Mitarbeiter auszahlen und zwar bis zum 11. November. Das wird insgesamt mit 50 Millionen Euro zu Buche schlagen.“
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